Handwerkerfrühschoppen 2017

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30 Jahre Handwerkerfrühschoppen: Wandel und Beständigkeit

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Kreishandwerksmeister Günther Görrissen begrüße Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar

Zu Beginn seiner diesjährigen Rede blickte Kreishandwerksmeister Günther Görrissen auf 30 Jahre Handwerkerfrühschoppen zurück. Die Entwicklung innerhalb dieser Zeitspanne, so Görrissen, war für das Handwerk rasant. Mit lebendigen Beispielen zeigte er den grundlegenden Wandel im Handwerk auf und sprach dabei Punkte, wie die technische Entwicklung, die Veränderung von Preisen und Löhnen oder die staatliche Auflagenregulierung an.


Doch viele Themen, die das Handwerk im Laufe von drei Jahrzehnten immer wieder beschäftigten, wiederholten sich auch. Wie zum Beispiel der Angriff auf die Handwerksordnung, die Bildungspolitik und der fehlende Berufsnachwuchs, Schwarzarbeit und Bürokratie oder die Flut von Billiganbietern aus anderen EU-Ländern: „Viele Befürchtungen haben sich bewahrheitet und Mahnungen blieben ungehört", so der Kreishandwerksmeister.

Gerade die Bildungspolitik thematisierte Görrissen in seinen weiteren Ausführungen: „Eigentlich soll das Bildungssystem bundesweit vergleichbar sein, daran mangelt es. Jeder kocht sein Süppchen." Erstes Ziel muss eine betriebliche und schulische Ausbildung sein und dann bei entsprechender Befähigung das Studium, mahnte der Kreishandwerksmeister. „So bekommen die Hochschulen reife und kompetente Studienanfänger, die Wirtschaft Auszubildende, Arbeitskräfte und Betriebsnachfolger. Die Wissenschaft profitiert von fachlich praktisch versierten Hochschulabsolventen, die die Entwicklungen in der deutschen Wirtschaft voranbringen. Ausbildung ist eine gesellschaftliche Verpflichtung, das wurde in 30 Jahren Handwerkerfrühschoppen immer wieder gepredigt".

Auch die Novellierung der Handwerksordnung, die 53 Erwerbszweige zu sogenannten zulassungsfreien Handwerksberufen deklarierte, sprach der Kreishandwerksmeister kritisch an. Als Beispiel für die Konsequenzen einer verfehlten Liberalisierungspolitik zeigte er die Entwicklung im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk auf. Die Zahl der Betriebe stieg bundesweit an. Auszubildende gibt es fast nicht mehr. Die Vielzahl der Ein-Mann-Betriebe bildet das Einfallstor für Illegalität und Schwarzarbeit am Bau und führt somit zu Schäden weit über das Fliesenlegerhandwerk hinaus: „Vor dem Hintergrund der Entwicklungen im zulassungsfreien Handwerk sollten die aktuellen Liberalisierungsbestrebungen der EU-Kommission bei reglementierten Berufen kritisch beurteilt werden. An dem Fliesenlegerhandwerk sehen wir, wie eng Ausbildung und Meisterqualifikation zusammenhängen. Das eine bekommen wird nicht ohne das andere", erklärte Günther Görrissen mit Nachdruck.

Die allgemeine Stimmung im Handwerk bezeichnete der Kreishandwerksmeister als positiv. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Die Zinsen niedrig, das fördert die Investitionsbereitschaft. „Aber wie immer wenn es scheinbar gut läuft, weckt das auch Begehrlichkeiten". Görrissen lenkte somit das Interesse auf die geplante Tourismusabgabe der Stadt Flensburg: „Leider hat der Finanzausschuss der Stadt die geplante Abstimmung über den Verzicht der Einführung einer Tourismusabgabe vertagt. Eine breite Mehrheit stimmte dafür, sich erst auf der Ratsversammlung im Februar ausführlicher mit dem Thema zu befassen. Hoffentlich mit einem guten Ausgang für die Vereine, Gewerbetreibenden und das Handwerk". Als Klassiker unter den Dauerthemen durfte natürlich auch der Bürokratieabbau nicht fehlen. Das zweite Bürokratieentlastungsgesetz, das zum 1. Januar 2017 in Kraft trat, kann erst der Anfang sein, forderte der Kreishandwerkmeister. Zusätzlich plädierte er für kürzere Aufbewahrungsfristen bei Steuerunterlagen, höhere Sofortabschreibungen für geringwertige Wirtschaftsgüter und die Beschränkung der Auftraggeberhaftung nach dem Mindestlohngesetz.

Zu den regionalen Themen des Kreishandwerksmeisters zählten zum einen der Wechsel an der Flensburger Verwaltungsspitze sowie zum anderen die örtliche Polizeiarbeit: „Wir erfahren täglich von vielen Einbrüchen und Diebstählen in Privathäusern, auf Baustellen und in Gewerbebetrieben. Unsere Bitte ist es, die örtliche Polizeiarbeit zu intensivieren. Die Menschen in unserem Land sind beunruhigt", so Kreishandwerksmeister Günther Görrissen abschließend.

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Geschäftsführre Martin Hanisch, Kreishandwerksmeister Günther Görrissen und der stellvertretende Kreishandwerksmeister Hans-Henning Hansen (v. li.)       
                                             

                                                                                                                                                                                                     

   


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